Predigt zum 3. Sonntag im Lesejahr B 2000 (Markus)

  • Datum: 22./23. Januar 2000
  • Bibelstelle: Mk - 01,14-20

Vorbemerkung: Diese Predigt setzt sich mit den Vorgängen um Spenden für die CDU auseinander. In unserer rechtsstaatlichen Demokratie ist dies nichts besonders politisch Mutiges. Das Wagnis ist eher theologisch.
Die Heilige Schrift taugt nachweislich nicht zur klaren und richtungsweisen Beantwortung der Fragen, die täglich von den politischen Instanzen geleistet werden muss. Ja, selbst bei Themen wie Atompolitik oder Entschuldung der Dritten Welt muss die Antwort aus der Vernünftigkeit der Politik gewonnen und kann nicht in Anweisungen der Bibel gefunden werden.
Hier geht es daher auch um eine andere Frage: In welcher Haltung steht der politisch handelnde Mensch vor Gott? Diese Frage kann immer nur in Bezug auf die konkrete Zeit beantwortet werden. In unserem Fall ist dies der Januar 2000. Dem Verfasser wäre es lieber gewesen, die Überlegungen an andere Vorgänge oder eine andere Partei anknüpfen zu können. Wenn sich daher ein Prediger entschließen sollte, sich dieses Themas anzunehmen, sollte er versuchen, so zu sprechen, dass ein engagiertes Mitglied der CDU sagen kann: Diese Predigt hat mir geholfen, meine Situation zu verstehen. Jeder Zuhörer sollte diese Predigt für sich und nicht gegen andere versteht. Nur so kann der berechtigte Vorwurf des Kanzelmissbrauchs vermieden werden.

1. Die Zeit ist erfüllt

2. Eine Deutung der Zeit

3. Kommt her, folgt mir nach