Predigt zum 2. Sonntag im Lesejahr B 2003 (1. Korintherbrief)

  • Ort: Universitätsgottesdienst, St. Ignatius Frankfurt
  • Datum: 19 Januar 2003
  • Bibelstelle: 1 Kor - 06,13c-15a.17-20

1. Leibfeindlich

2. Typisch Katholisch

3. Gott ähnlich im Leibe

 



"Hier aber wollte der Herr, dass ich den Engel in leiblicher Gestalt sehen sollte. Er war nicht groß, eher klein, aber sehr schön. Sein Antlitz war so entflammt, dass er mir als einer der erhabensten Engel vorkam, die ganz in Flammen zu stehen scheinen. Es müssen dies jene sein, die man Cherubim nennt. Sie sagen mir zwar ihre Namen nicht, aber ich sehe gut, dass im Himmel zwischen den einen und anderen Engeln ein unaussprechlicher Unterschied ist. In den Händen des mir erschienenen Engels sah ich einen langen goldenen Pfeil; an der Spitze seines Eisens schien mir Feuer zu sein; es kam mir vor, als durchbohrte er mit dem Pfeil einige Male mein Herz bis ins Innerste, und wenn er den Pfeil wieder herauszog, war mir, als zöge er den innersten Teil meines Herzens mit heraus. Als er mich dann verließ, war ich ganz entzündet von feuriger Gottesliebe. Der Schmerz war so scharf, dass er mich zu vielen Seufzern trieb, und so groß war die Süßigkeit dieser Qual, dass ich niemals wünschen kann, sie zu verlieren, noch dass meine Seele mit weniger als Gott zufrieden sei. Es ist kein körperlicher Schmerz, sondern ein geistiger, obwohl der Körper Anteil daran hat, großen Anteil. Der Liebesverkehr, der seither zwischen meiner Seele und Gott stattfindet, ist so beglückend, dass ich den gütigen Herrn anflehe, er wolle ihn dem zu kosten geben, der etwa meint, ich würde hier lügen"

 

zitiert nach: Zeugnisse Mystischer Welterfahrung - Teresa von Avila. Hrsg. von Ulrich Dobhan. Olten (Walter) 1983.